Maßanfertigung - damit der Strom fließt
Flensburger Tageblatt 17.11.2009
In
einem Fall sind die elektrischen Bauteile starken Vibrationen ausgesetzt, in
einem anderen hohen Temperaturschwankungen. Lorenz Feddersen (44) weiß, wird eine neue Windkraftanlage gebaut, sind
auch für die Technik im Innern Spezialanfertigungen nötig. Feddersen bietet mit seiner in Flensburg
ansässigen Firma FeCon Wechsel- und
Frequenzrichter. Keine Serienprodukte
sondern Spezialanfertigungen.
Bereits
während seiner Schulz
eit in den 80er Jahren studierte Feddersen die ersten
Bücher, die es über die Windkraft gab. Er lebte mit seinen Eltern auf einem
Bauernhof in Dänemark, gehörte der deutschen Minderheit an. Pläne, gleich
selbst eine Anlage zu bauen, verwarf er dann aber erst einmal wieder.
Nach
dem Abitur studierte Feddersen Elektrotechnik in Braunschweig. Fünf Jahre
arbeitete er bei Enercon, fünf Jahre bei Vestas. 2001 gründete er sein eigenes
Unternehmen. „Es war immer mein Traum, mich selbstständig zu machen“, sagt
Feddersen.
Doch
obwohl er alles gut geplant hatte, verlor er eine Woche nach der
Existenzgründung auch gleich wieder seinen ersten Großkunden. Der war nämlich
Pleite gegangen. Feddersen gab jedoch
nicht auf. Heute liefert er Wechsel- und Frequenzrichter an Hersteller in aller
Welt. Aus dem Ein-Mann-Unternehmen wurde ein mittelständischer Betrieb mit 35
Mitarbeitern. 2007 lag der Umsatz bei 2,7 Millionen Euro, 2008 waren es bereits
rund acht Millionen. Und Feddersen will weiter wachsen. 2009 wurde die
Produktionsfläche vergrößert durch Ankauf von neuen Hallen auf 5400 m² in der
Eckernförder Landstraße. Geplant für 2010 ist eine Mitarbeiteraufstockung auf
50 Personen. Aus den Erfahrungen, die er selbst als junger Unternehmer gemacht
hat, rät er Start-Ups jedoch: „Stets flexibel bleiben, die Kosten niedrig
halten und mit Augenmaß wirtschaften.“
Tanja Nissen, SHZ
